Methodologische Forschungsansätze in der Medienpädagogik (Hrsg. v. Heinz Moser)
| Medienpädagogische Forschung hat in den letzten Jahren eine verstärkte Konjunktur erhalten. Diese verbindet sich dabei mit einer stärkeren Hinwendung zur qualitativen Forschung. Am Beispiel der Teletubbies versucht dieser Beitrag eine Zwischenbilanz zu ziehen und Stärken wie Schwächen dieser neuen Forschungslandschaft zu beleuchten. |
| Im Hinblick auf die Erforschung spezifischer Zusammenhänge von Medienkonsum und der Herausbildung von Einstellungen und Handlungen wird eine konstruktivistische Theorieorientierung plausibilisiert, indem zunächst auf den Stand der Medienwirkungsforschung eingegangen und vor dem Hintergrund einer begründeten Kritik des Wirkungsverständnisses auf die Notwendigkeit einer medienrezeptionswissenschaftlichen Forschungsalternative hingewiesen wird. Weiterhin wird der Stand der (erziehungswissenschaftlichen) Medienrezeptionsforschung erörtert. Sodann werden Elemente einer konstruktivistischen Methodologie von Medienrezeptionsforschung beschrieben, die am Beispiel der Rezeption von Filmen konkretisiert werden. Dabei wird das Konzept des Kommunikates (S.J. Schmidt) als Ausgangspunkt genommen, ein Vorschlag für eine Beschreibungssprache für (Film-) Kommunikate entwickelt und eine Adaption des Ansatzes filmischer Narration zur Sprache gebracht. |
| Am Institut für Kunstpädagogik der Justus-Liebig-Universität werden seit 1996 unter der Leitung von Prof. Dr. A. von Criegern Untersuchungen zum kindlichen Bildverhalten am Computer durchgeführt www.uni-giessen.de/kunst/kunstpaedagogik/. Aus ersten explorativen Studien ist inzwischen ein Forschungsprojekt entstanden, das auf breiterer theoretisch und empirischer Basis das bildnerische Verhalten von Vor- und frühen Grundschulkindern am Computer untersucht. Entgegen der bisher ergebnisorientierten, eher quantitativ arbeitenden Kinderzeichnungsforschung, stellte das Giessener Team sehr schnell fest, dass der gesamte Malprozess und mehr noch das gesamte ästhetische Verhalten am Computer mit qualitativen Methoden erforscht werden muss. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden die Beobachtungs-, Aufzeichnungs- und Analyseverfahren schrittweise optimiert und angepasst. Der Beitrag stellt die Bedeutung der im Projekt angewendeten Form der Videodokumentation für die Erforschung der digitalen Kinderzeichnung dar. |
| In der sozial- und erziehungswissenschaftlichen Forschung gewinnt in jüngster Zeit zunehmend das Gruppendiskussionsverfahren an Bedeutung. Gerade für medienpädagogische und -theoretische Fragestellungen bietet es sich als ein valides Instrument für die Rekonstruktion kollektiver Orientierungsmuster an. Der Beitrag bietet zunächst einen kurzen historisch-systematischen Überblick über einige wichtige Entwicklungslinien des Verfahrens. Im Anschluss wird dessen Fruchtbarkeit für Fragestellungen im Kontext erziehungswissenschaftlicher Medienforschung am Beispiel eines konkreten Forschungsprojekts zu generationenspezifischen Mediennutzungs- und Aneignungskulturen herausgearbeitet. |
| Nicht nur Fachleute beklagen die mangelnde Qualität der deutschen Filme und Werbespots. Eine Ursache für die mangelnden Erfolge solcher mediatisierten Kommunikation liegt in einer systematischen Interaktionsstörung zwischen der Medienpraxis und Medienforschung. Die aktuelle deutschsprachige Medienwirkungsforschung entzieht sich weitgehend der gebotenen und von Macher/innen erwarteten gesellschafts- und praxisdienenden Aufgabe. Der Hauptgrund hierfür liegt darin, dass die zumeist zugrunde gelegten Forschungsrahmen (conceptual frameworks) praxisrelevante Kategorien wie die der Zuschauerperspektive weitgehend ignorieren. Das hier vorgestellte interaktionistische Modell der mediatisierten Kommunikation will deshalb als Forschungsrahmen den Blick auf Übersehenes richten. Darüber hinaus soll dieses Modell auch für Praktiker als Prüfschema zur Mediaplanung dienen, mediatisierte Kommunikation - gemessen am eigenen Anspruch - kalkulierbarer und damit auch erfolgreicher zu machen. |
| Das «Interdisziplinäre Zentrum für Medienpädagogik und Medienforschung» (IZMM) an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg veranstaltete am 6./7. Oktober 2000 eine Fachtagung zum Thema «Eigenproduktionen mit Medien als Gegenstand der Kindheits- und Jugendheitsforschung». Der vorliegende Beitrag skizziert Thema und Intention dieser Tagung und vermittelt einen Überblick über die Vorträge zu Tagebüchern, essayistisch-ästhetischem Schreiben und Sprechen, Kinderzeichnungen, Graffiti sowie Eigenproduktionen mit Video (Schwerpunkt). Der abschliessende Teil fasst einzelne Überlegungen und Ergebnisse der Tagung zusammen. |
Einzelbeiträge
| Letzte Änderung: 24.11.2004 Web-Master: Daniel Ammann © www.medienpaed.com |