Informationstechnische Bildung und Medienerziehung (Hrsg. v. Annemarie Hauf-Tulodziecki)

 

Annemarie Hauf-Tulodziecki         15.10.2001
Editorial
 
Bardo Herzig        14.11.2001
«Die mit den Zeichen tanzen»: Ein Beitrag zum Verhältnis von Informationstechnischer Bildung und Medienerziehung
 
Die Diskussion um das Verhältnis von informationstechnischer Bildung und Medienerziehung ist zuweilen stärker von einem disziplinären denn von einem interdisziplinären Verständnis geprägt. Auf der Seite der Informatik herrscht die Befürchtung um eine Verwässerung ihrer Inhalte durch ‚Schmalfilmer', auf der Seite der Medienpädagogik wird betont, dass eine Verkürzung von Medienkompetenz auf Anwenderfertigkeiten oder technisches Detailwissen zu kurz greift. Professionspolitisch ist es sicherlich angemessen, sich auf das Technische bzw. Informatische oder eben das Pädagogische zu konzentrieren, die Medienwelt selbst erfordert jedoch interdisziplinäre Zugänge. Um nicht Gefahr zu laufen, den Bildungswert einer Auseinandersetzung mit Informations- und Kommunikationstechnologien nur auf Plausibilitätsniveau zu begründen, ist zunächst eine theoriebezogene Diskussion notwendig. Auf dieser Grundlage kann dann auch begründet über Zusammenführungen oder Abgrenzungen von und zwischen Informationstechnischer Bildung und Medienerziehung gesprochen werden. Der Beitrag entwirft eine solche Theoriebasis und bezieht diese auf mögliche Bildungswerte.
 
Carsten Schulte        4.12.2001
Informatische Aufgabenbereiche der Medienbildung
 
Die Spezifika computerbasierter Medien sind bislang zu wenig in Konzepten zur Medienbildung berücksichtigt. In dem Artikel werden aus informatischer Perspektive Aufgabenbereiche erarbeitet, mit deren Hilfe die Besonderheiten computerbasierter Medien beschrieben werden können. Darüber hinaus wird ein Ausblick für eine Integration dieser Aspekte in ein fächerübergreifendes Medienbildungskonzept gegeben.
 
Wolf-Rüdiger Wagner        18.10.2001
Datenschutz, Selbstschutz, Medienkompetenz: Wie viel informationstechnische Grundbildung braucht der kompetente Mediennutzer?
 
Am Thema «IT-Sicherheit» wird das Verhältnis zwischen Medienbildung und Informationstechnischer Bildung diskutiert: IT-Sicherheit ist Voraussetzung für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Die Struktur des Internet macht es dabei notwendig, auf den Selbstschutz der Nutzerinnen und Nutzer zu setzen. Die Fähigkeit zum Selbstschutz muss durch Sicherheitsbewusstsein ergänzt werden. Man benötigt ein adäquates Modell von Computern und Computernetzen, um die Offenheit dieses neuen «Kommunikations- und Sozialraumes» zu erfassen. Die Vermittlung von Sicherheitsbewusstsein und Sicherheitskompetenz im Umgang mit den Informations- und Kommunikationstechnologien wird damit zu einem wichtigen Bestandteil von Medienkompetenz. Hinzutreten muss die Auseinandersetzung mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung und der Erwerb kommunikativer Kompetenzen für das Internet.
 
Michael Weigend        3.12.2001
Informatische Pädagogik - pädagogische Informatik. Beispiele für fächerverbindende Projekte mit medienerzieherischem Anspruch
 
Mit der Profilbildung der Schulen und mit der Entwicklung individueller schulinterner Lehrpläne, sind in zunehmendem Masse Kopplung von Oberstufenkursen und fächerverbindenes Unterrichten gefragt. In diesem Beitrag werden Projekte vorgestellt, die eine Kooperation der Fächer Informatik und Erziehungswissenschaft voraussetzen. Inhaltlich stellen die Neuen Medien den Bezugspunkt dar: multimediale und zum Teil interaktive Anwendungen, wie digitale Animationen, Spiele und Bildschirm-Experimente können von den Schüler/innen selbst entwickelt und als Medien eingesetzt werden, wobei technische und gesellschaftliche Fragen der Mediengestaltung und der Mediennutzung zu reflektieren sind.
In einer Online-Galerie sind Beispiele von Schülerarbeiten ausgestellt:
<http://voss.fernuni-hagen.de/import/schulinformatik/medienpaedagogik/medienpaed.html>.
 
Irene Langner        15.10.2001
The Status of Internet Education in Japanese and German Guidelines on ICT and Media Education
 
Auf der Grundlage offizieller Empfehlungen und Lehrpläne für den allgemeinbildenden Unterricht aus Japan und Deutschland werden in diesem Beitrag spezifische Entwicklungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Ansätzen zur Behandlung von Informations- und Kommunikationstechnologien am Beispiel Internet gegenüber gestellt. Während in Japan, in dem es weder das Fach Informatik noch eine übergreifende Medienerziehung gibt, der Begriff «information literacy» für die aktuellen Konzepte leitend ist, zeigt die Autorin anhand aktueller Lehrplanentwicklungen einzelner Bundesländern auf, wie in Deutschland die zunächst getrennten Bereiche Informatik/Informationstechnische Bildung und Medienerziehung unter dem Begriff «Medienkompetenz» (media literacy) zusammengeführt werden, wobei gemeinsame Konzepte oder systematische Betrachtungsweisen allerdings noch fehlen.
 
Olaf Kos und Dieter Schaale        9.11.2001
Medien und Informationstechnologien in der Lehrerausbildung - Plädoyer für ein Mindestcurriculum
 
In diesem Beitrag werden konzeptionelle Überlegungen für die Integration eines Lehrkomplexes «Neue Medien und Informationstechnologien» im Rahmen des erziehungswissenschaftlichen Grundstudiums in der ersten Phase der Lehramtsausbildung vorgestellt. Dabei stützen sich die Autoren vor allem auf die Erfahrungen und Ergebnisse des zweijährigen Modellversuchs «Informatische Bildung für Lehrerstudenten», der im Rahmen des erziehungswissenschaftlichen Teils der Lehramtsausbildung an der Humboldt Universität zu Berlin sehr erfolgreich und mit hoher Akzeptanz auf Seiten der Studenten durchgeführt wurde.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung: 28.3.2007
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