|
22 Frühe Medienbildung (2011/2012) Herausgegeben von Dorothee M. Meister, Uwe Sander und Henrike Friedrichs Call for Papers 1. Thema Bereits in frühestem Kindesalter sind Kinder von Medien und deren Inhalten aus Bilderbuch, Hörmedien, Fernseher und PC/Internet etc. umgeben. Der Medienmarkt differenziert sich fortwährend aus, wobei diese Ausweitung des Angebots für Kinder unterschiedlich motiviert ist. Dabei sind die Grenzen zwischen Medien-Angeboten, die kommerziell oder pädagogisch motiviert sind, vielfach fliessend, und ob «Konsumwünsche» bei den Kindern bereits vorhanden sind, «Bedürfnisse» geweckt werden oder «Lerninteresse» gefördert werden sollen, ist von Erziehenden und Kindern nicht immer leicht zu beurteilen, genauso wenig wie die Qualität des Angebots. Im Fernsehen bestehen speziell für Kinder ausgerichtete Sender (z.B. KIKA), und auch spezielle Internetseiten und Plattformen richten sich an die jüngere Zielgruppe (z.B. die Internetseite TOGGO des Fernsehsenders Super RTL, die für Clubmitgliedschaften eine Monatsgebühr erhebt). Auch an Computerspielen für die jüngeren Altersgruppen mangelt es nicht. Kinder sind somit auch Konsumenten von Medienprodukten. Teilweise geschieht diese Kommerzialisierung auch verdeckt – indem etwa in Computerspielen für Kinder so genannte «In-Game-Werbung» eingebaut wird, die auf den ersten Blick für jüngere Kinder schwer zu erkennen sein dürfte. Angesichts der zunehmenden Medienalltäglichkeit mit seinen Anforderungen und Verlockungen wird die Forderung nach Medienkompetenz und -bildung immer drängender. Kinder sollen in der technisierten Wissensgesellschaft Medien eigenverantwortlich und selbstverantwortlich handhaben und sie als Wissens- und Entwicklungsressource nutzen können. Neben dem «ökologischen Zentrum» (Baacke 2003), dem Elternhaus, sind zunehmend auch Kindertagesstätten, Kindergärten und weitere vorschulische Einrichtungen aufgefordert, medienpädagogisch aktiv zu werden. Sie bedürfen jedoch einer genauen Kenntnis der Mediennutzung und des inhaltlichen Angebots, mit denen sich Kinder bereits befassen, einschliesslich der möglichen Gefährdungen und Potenziale, die mit der Nutzung verbunden sind. Gleichzeitig gilt es, die Voraussetzungen der Eltern und des Personals in den Einrichtungen zu berücksichtigen, auf die sich Weiterbildungskonzepte und Initiativen berufen können. Um Medienkompetenz und Medienerziehung nachhaltig zu verankern, bedarf es zudem der Förderung von Konzepten und Ansätzen auf mehreren Ebenen, die sowohl bei Kindern, Eltern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern pädagogisch orientierter Einrichtungen ansetzen. Teilweise existieren bereits gesetzliche Grundlagen, die Medienerziehung in den Erziehungs- und Bildungsauftrag verankern. Zudem existiert in der Praxis eine breite Palette von institutionellen Angeboten, wie Medien in lernender, sozialer oder gestalterischer Absicht in den Erziehungs- und Bildungsprozess mit einbezogen werden. Auch wenn vielfach der Anspruch besteht, bereits in frühen Jahren mit der Entwicklung zu einer «medienkompetenten Persönlichkeit» zu beginnen, sind die Ansätze und Konzepte, wie dieses Ziel erreicht werden soll, recht unterschiedlich. Inwiefern dieses Ziel in medienpädagogischen Projekten und Aktivitäten zu verwirklichen gesucht wird, ist eine der Fragen, die es in diesem Themenheft zu beantworten gilt.
2. Mögliche Beiträge Die Ausgabe der Online-Zeitschrift MedienPädagogik: www.medienpaed.com widmet sich in diesem Themenheft der Thematik «Frühe Medienbildung» aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Beiträge sollen sich auf eine Altersspanne der Kinder von drei bis sechs Jahren beziehen. Wir laden Sie ein, die Diskussion dieser Thematik aus medienpädagogischer und erziehungswissenschaftlicher Sichtweise mit voran zu bringen und mit einem ausgewählten Aspekt das Themenheft zu bereichern. Wir freuen uns über Manuskriptangebote mit Überblicks- und Vertiefungsartikeln, die zum Beispiel folgende Themen behandeln: • Theoretische, historische, ethische und empirische Zusammenhänge zum Thema Medienpädagogik im Alter von drei bis sechs Jahren aus erziehungswissenschaftlicher und medienpädagogischer Perspektive • Frühe Medienkompetenzvermittlung • Medienpädagogische Aus- und Weiterbildung pädagogischer Mitarbeiter/innen • Relevanz von medienpädagogischen Zertifikaten (z.B. in Bezug auf Träger von pädagogischen Einrichtungen, z.B. Kindertagesstätten) • Empirische Ergebnisse und Praxiserfahrungen medienpädagogischer Aktivitäten (z.B. in Kindertagesstätten; medienpädagogische Angebote für Eltern) • Interaktion von Elternhaus und Kindertagesstätte bzgl. Medienerziehung und bildung • Wechsel von der rein familialen zur zusätzlichen institutionellen Begleitung im Umgang mit Medientechnik und Medienangeboten • Nachhaltige Verankerung von Medienerziehung in Familien und vorschulischen Einrichtungen • Ungleichheiten im Kontext von Medienerziehung und -bildung • Hemmende und fördernde Faktoren für Medienerziehung • Medienwahrnehmung und -nutzung von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren
Die wissenschaftlichen Beiträge sollen empirisch oder theoretisch fundiert sein, neue Aspekte oder Zugänge zum Thema aufzeigen und bisher unveröffentlicht sein (Originalartikel). Sie sollten ca. 30.000 bis max. 40.000 Zeichen (mit Leerzeichen) umfassen. Weitere Informationen finden Sie bei ‹Neue Hinweise für Manuskripteingabe (2011)› unter www.medienpaed.com. Alle Beiträge werden einem Review-Verfahren mit zwei Gutachten unterzogen (siehe Zeitplan).
3. Zeitplan • Einreichung der Beiträge bis 1.11.2011 • Bescheid über die Begutachtung der Beiträge bis 1.2.2012
Die Beiträge sind in elektronischer Form einzureichen an:
Prof. Dr. Dorothee Meister Prof. Dr. Uwe Sander Henrike Friedrichs Universität Paderborn Universität Bielefeld Universität Bielefeld
E-Mail:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
|