Bitte reichen Sie Ihren Volltext bis zum 31. Jan 2026 unter https://www.medienpaed.com/about/submissions ein. Dort finden sie auch Hinweise zur formalen Gestaltung.
Call for Papers als PDF
#mpaed2025
Das Jahrbuch Medienpädagogik 23 der Sektion Medienpädagogik der DGfE wird von Prof. Dr. Rudolf Kammerl, Dr. Katrin Kreutz und Dr. Jane Müller vom Lehrstuhl Pädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie dem Vorstand der Sektion Medienpädagogik der DGfE Prof. Dr. Sven Kommer, Jun-Prof. Dr. Franziska Bellinger und Prof. Dr. Franco Rau herausgegeben. Im Jahrbuch werden Beiträge zum Tagungsthema zusammengefasst. Die Beiträge müssen nicht im Rahmen der Tagung präsentiert worden sein.
ThemaMedienpädagogik konstituierte sich ausgehend von der Analyse, dass mediengestützte Kommunikation kindeswohlgefährdend (z. B. Kinokritik des Hamburger Lehrervereins), entfremdend (z. B. Frankfurter Schule) oder optimierbar (z. B. Einsatz von Medien als Hilfsmittel im Unterricht) sei. Medienpädagog:innen stellten sich dabei stets die Frage, wie Individuen, Gruppen, Institutionen, aber auch Gesellschaft Kommunikation mit Medien ‹besser› gestalten können. Die kontinuierliche Veränderung von Kommunikation stellt sich aktuell als beschleunigt dar. Die in diesem Zusammenhang zu beobachtenden Disruptionen werden mittels verschiedener Konzepte, etwa der tiefgreifenden Mediatisierung, der Kultur der Digitalität bzw. der Postdigitalität in den Blick genommen. Hieraus ergeben sich auch für die Medienpädagogik neue Fragen und Herausforderungen. Einerseits sind die Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und (älteren) Erwachsenen immer stärker von digitaler Kommunikation durchdrungen. Andererseits werden digitale Medien zunehmend in das Bildungssystem (wie auch in andere gesellschaftliche Teilsysteme) integriert. Damit rücken Risiken und Chancen digitaler Kommunikation, sowie neue Anforderungen an kommunikative Kompetenz(en) in den Mittelpunkt des medienpädagogischen Diskurses. Die zunehmende Verbreitung vielfältiger Formen automatisierter Kommunikation, etwa auf Künstlicher Intelligenz basierender Systeme, ist hierfür nur ein Anhaltspunkt.
Fragestellungen, welche diese Chancen, Risiken und/oder Anforderungen in den Blick nehmen, können sowohl unter Rückgriff auf theoretische, konzeptionelle wie empirische Zugänge bearbeitet werden. So ist beispielsweise nach den kommunikationstheoretischen Verortungen medienpädagogischer Bildungs-, Erziehungs- und Didaktik-Konzepte zu fragen: Ist Kommunikation verständigungsorientiert (z. B. Habermas 1981), eine unwahrscheinliche Kopplung (Luhmann 1981) oder in erster Linie eine soziale Praktik (etwa Hepp und Hasebrink 2017)? Sowohl im Verhältnis der Medienpädagogik zu ihren Zielgruppen, als auch im Verhältnis von Medientechnologie zu Individuen kann nach den Subjekten der Kommunikation gefragt werden. In Frage steht aber beispielsweise auch die der Agency (Hepp et al. 2022; Mascheroni und Siibak 2021; Esposito 2024), welche durch die zunehmende Präsenz von KI-Systemen und die damit einhergehende Verflechtung mit den grossen Internetkonzernen neu bestimmt werden muss. Ebenso sind Erkenntnis und Interesse (Habermas 1968) der Medienpädagogik theoretisch zu bestimmen: Wie begründet Medienpädagogik ihre Perspektiven auf und Bewertung von Kommunikation sowie die Ziele ihrer Interventionen? Empirisch sind aus medienpädagogischer Sicht insbesondere Chancen und Risiken, welche mit neuen Formen von Kommunikation einhergehen, von Interesse: Wie verändern sich medienbezogene Sozialisation und Individuation (nicht nur, aber vor allem) von Kindern und Jugendlichen? Inwiefern hängen digitale Kommunikation und Möglichkeiten der Vergemeinschaftung und Selbstbestimmung zusammen? Im Mittelpunkt stehen hierbei sowohl Phänomene individueller Entwicklung wie eine exzessive Internetnutzung, aber auch soziale Aspekte, wie Deep Fakes oder Hate-Speech.
Ebenso wird die sich wandelnde Kommunikation mit und über digitale Medien im Kontext des Bildungssystems untersucht. Auf individueller Ebene stehen dabei z. B. Kompetenzprofile von pädagogischen Fachkräften (insbesondere medienpädagogischen Multiplikator:innen und Digital Leaders) im Fokus. Auf organisatorischer Ebene geht es unter anderem um die Gestaltung digitaler Kommunikations- und Kooperationskonzepte für Bildungseinrichtungen. Bearbeitet werden Fragen, wie: Wie stellt sich die Nutzung digitaler Kommunikation im Bildungssystem derzeit dar? Wie wird digitale Kommunikation in formale und non-formale Bildungskontexte integriert? Mit welchen Konzepten kann eine positive digitale Kommunikations- und Kollaborationskultur in Bildungseinrichtungen gestaltet werden, sowohl intern (z. B. Kollegium – Schulleitung, Lehrende – Lernende) als auch mit externen Akteur:innen (z. B. Schule – Elternhaus, Wissenschaftskommunikation)? Wie kann auf Ebene der Personalentwicklung die systematische Kompetenzentwicklung bzgl. digital vermittelten Kommunikations- und Kollaborationsprozessen gefördert werden?
EinreichungenBeiträge zum Jahrbuch können in der Zeitschrift MedienPädagogik in der Rubrik «Jahrbuch Medienpädagogik 23: Kommunikation und Medienpädagogik» eingereicht werden.
Zeitplan- bis 31.01.2026 Einreichung der der Vollbeiträge über https://www.medienpaed.com/
- bis 31.03.2026 Begutachtungsphase
- bis 30.06.2026 Überarbeitungsphase
- bis 01.09.2026 Textfertigstellung
- bis 20.09.2026 Veröffentlichung des Jahrbuchs
Eine Checkliste und die Richtlinien für die Beitragseinreichungen finden sich unter
https://www.medienpaed.com/about/submissions.
Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!
LiteraturEsposito, Elena. 2024. Kommunikation mit unverständlichen Maschinen. Residenz Verlag.
Habermas, Jürgen. 1968. Erkenntnis und Interesse. 1. Aufl. Frankfurt a.M: Suhrkamp.
Habermas, Jürgen. 1981. Theorie des kommunikativen Handelns. Bd. 1: Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung, Bd. 2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft. 1. Aufl. Frankfurt/M: Suhrkamp.
Hepp, Andreas, und Uwe Hasebrink. 2017. «Kommunikative Figurationen. Ein konzeptioneller Rahmen zur Erforschung kommunikativer Konstruktionsprozesse in Zeiten tiefgreifender Mediatisierung». Medien & Kommunikationswissenschaft 65 (2): 330–47. https://doi.org/10.5771/1615-634X-2017-2-330.
Hepp, Andreas, Wiebke Loosen, Stephan Dreyer, Juliane Jarke, Sigrid Kannengießer, Christian Katzenbach, Rainer Malaka, Michaela Pfadenhauer, Cornelius Puschmann, und Wolfgang Schulz. 2022. «Von der Mensch-Maschine-Interaktion zur kommunikativen KI: Automatisierung von Kommunikation als Gegenstand der Kommunikations- und Medienforschung». Publizistik 67 (4): 449–74. https://doi.org/10.1007/s11616-022-00758-4.
Luhmann, Niklas. 1981. «Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation». In Soziologische Aufklärung 3, von Niklas Luhmann, 25–34. Opladen: Westdeutscher Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-663-01340-2_2.
Mascheroni, Giovanna, und Andra Siibak. 2021. Datafied Childhoods. Peter Lang US. https://doi.org/10.3726/b17460.