Abstract
Antonio Gramsci (2021) entwickelte mit dem Konzept der kulturellen Hegemonie ein zentrales Analyseinstrument für Machtverhältnisse in Medien- und Bildungssystemen. Hegemonie, verstanden in Korrelation zu Gegenhegemonie, grundiert pädagogische Verhältnisse und ist grundlegend für die Produktion und Reproduktion gesellschaftlicher Strukturen. Die These dieser Arbeit lautet, dass Gramscis Konzept für die Vermittlung von Medienkompetenz besonders geeignet ist. Ausgehend von der Relationalen Medienpädagogik wird die Korrelation von Erleben und Erlebtem sowie von Fremd- und Selbstbestimmung betrachtet (Meder 2014; Swertz 2021). Medienpädagogisch relevant ist dabei das Vermögen, hegemoniale Tendenzen zu erkennen und zu gestalten. Am Beispiel des Begriffs der ‹Datenreligion› (Harari 2017) wird gezeigt, wie Hegemoniekritik als Methode zur Förderung ideologiekritischer Medienkompetenz dienen kann. In diesem Artikel wird für eine kritisch-reflexive Medienpädagogik argumentiert, die Theorie und Praxis real-dialektisch verknüpft und Medienkompetenz als Instrument gesellschaftlicher Veränderung begreift.
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