Abstract
Exemplarisch am Fall Instagram wird gezeigt, wie soziale Medienräume als diskursive und dispositive Strukturen gesellschaftliche Wirklichkeit konstruieren. Die Analyse rekonstruiert zentrale Diskursfelder wie Nutzung, Interaktion, Sicherheit, Datenschutz und Körperlichkeit und legt offen, wie Praktiken und Technologien in diesen Feldern präformiert werden. Diese Konstellationen werden als «Super-Dispositiv» beschrieben, das sowohl materielle als auch symbolische Dimensionen umfasst und Machtwirkungen auf individuelle Selbstbestimmung entfaltet. In der Diskussion werden die Befunde in den medienpädagogischen Kontext eingeordnet: Soziale Medien erscheinen nicht mehr als blosse Kommunikationsplattformen, sondern als komplexe soziale Räume, die Bildung, Sozialisation und Handlungsmöglichkeiten tiefgreifend beeinflussen. Abschliessend wird ein Plädoyer für eine «Soziale Medienpädagogik» formuliert, die Diskurse und Machtverhältnisse sichtbar macht und Wege zu mehr Selbstbestimmung eröffnet.
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