Abstract
Dieses Kapitel präsentiert die empirische Analyse der transmedialen Storyworld des Tomb Raider-Franchises anhand der Medienformate Videospiel und Comic. In einem ersten Schritt werden die drei Videospiele der Reboot-Trilogie (Tomb Raider 2013, Rise of the Tomb Raider, Shadow of the Tomb Raider) sowie die zugehörigen Comics mithilfe eines neoformalistischen Analyserahmens untersucht. Dabei werden Figuren, Objekte, Inszenierungsmittel, Narration und die spezifische mediale Realisierung beider Medienformate systematisch beschrieben und verglichen. In einem zweiten Schritt wird auf Basis der Grounded Theory ein Kategoriensystem erarbeitet, das medienübergreifend gültig ist. Es werden vier Kategorien – Sicherheit und Kontrolle, Reflexion des eigenen Handelns, Zeit sowie Erinnerungen – sowie die übergeordnete Schlüsselkategorie der Grenzüberschreitung identifiziert. Ergänzend werden medienübergreifende Dominanten und Grenzmuster auf physischer, psychischer, metaphysischer, kultureller, räumlicher und biografischer Ebene herausgearbeitet. Abschliessend wird die Schlüsselkategorie anhand einer exemplarischen Szene bildungstheoretisch kontextualisiert: Am Beispiel der Erinnerungs- und Trauerarbeit der Protagonistin Lara Croft wird aufgezeigt, wie transmediale Narration Prozesse der Biografisierung und Selbst-Weltverhältnis-Transformation im Sinne der Strukturalen Medienbildung (Jörissen und Marotzki 2009) medial inszeniert und für Rezipierende erfahrbar macht.
Literatur
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