Abstract
Der Beitrag untersucht, wie Jugendliche und junge Erwachsene antifeministische Inhalte auf TikTok wahrnehmen und welche Strategien sie nutzen, um damit umzugehen. Die Untersuchung wird eingebettet in den Kontext politischer Medienbildung, die demokratische Teilhabe in digitalen Öffentlichkeiten fördern will. Nach einer theoretischen Einordnung zur Bedeutung sozialer Medien für die Demokratiebildung (Kap. 1) wird der Forschungsstand zu Antifeminismen als potenzielle Brückenideologie in extreme und menschenfeindliche Positionen erörtert (Kap. 2). Darauf aufbauend wird eine explorative Interviewstudie als Teil des Projekts «Unlearning Anti-Feminism on TikTok» vorgestellt (Kap. 3). Im Rahmen der Ergebnisdarstellung werden Wahrnehmung, Einordnung, Erfahrungen und Handlungsstrategien im Umgang mit antifeministischen Inhalten von 16 TikTok-Nutzer:innen präsentiert. Die Ergebnisse zeigen, dass TikTok ein relevanter Ort politischer Meinungsbildung ist. Allerdings erschweren algorithmische Logiken, Ästhetiken und subtile Formen eine kritische Einordnung von Antifeminismen. Jugendliche und junge Erwachsene entwickeln teils bewusste Strategien wie etwa algorithmenbezogenes Gegensteuern, Melden oder Gespräche im privaten Umfeld. Sie wünschen sich schulische Bildungsangebote, die Raum für Reflexionen und differenzierte Diskussionen schaffen. Der Artikel schliesst mit einem Abschnitt zur Bedeutung dieser Erkenntnisse für die politische Medienbildung (Kap. 4) und einem Praxiskommentar zur Gestaltung politischer Medienbildungsformate (Kap. 5).
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